Zweites Stipendium finanziert

Bereits zum zweiten Mal haben die Freundinnen und Freunde der Dresdner Geistes- und Sozialwissenschaften mit ihrer Mikrospendenkampagne ein Stipendium für die TU Dresden finanziert. Während der Betrag im letzten Jahr noch gemeinsam mit dem TUD-Förderverein aufgebracht wurde, konnte PROPHIL DRESDEN nun die gesamten 1.800 EUR einwerben. Ein Blick auf die Kampagne für das Stipendium 2012/13.

Als Förderverein sind Hochschul- und Studienfinanzierung zentrale Themen für den Verein, denn wo staatliche Finanzierung nicht ausreicht, braucht es Alternativen, damit sich etwas bewegt. Eine solche Alternative kann das sogenannte Deutschlandstipendium, eine Co-Finanzierung aus öffentlichen und privaten Mitteln sein. Doch der Verein will nicht bloß Spenden sammeln, sondern möglichst viele Menschen mit dem Thema erreichen. Nick Wagner, im Vorstand für Fundraising zuständig, formuliert es so: „Hinter jeder Mikrospende steckt ein Mensch, der sich mit Studienfinanzierung auseinandergesetzt hat und sie alle tragen zu einer neuen Spenden- und Stifterkultur bei“.

Wie mühsam der Weg ist, zeigt ein Blick auf die aktuellen Zahlen zur fünfmonatigen Kampagne. Sie umfasste neben der Öffentlichkeitsarbeit über Presse und Internet, eine Benefizveranstaltung, Direktmailings an Universitätsangehörige sowie Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur, eine Sammlung zur Wissenschaftsnacht. Ein Drittel des Stipendiums kommen aus dem Soli-Euro, den jeder Gast auf einer von PROPHIL veranstalteten Semesterauftaktparty gezahlt hat. Mit einem Euro ein Stipendium ermöglichen – hier hat es geklappt.

Aus den Online-Aktivitäten des Vereins stammt ein weiteres Drittel der eingegangen Spenden. Besonders erfreulich für die Initiatoren der Kampagne ist der steigende Anteil größerer Einzelspenden, meist von Spenderinnen und Spendern, welche sich schon im letzten Jahr finanziell engagierten. Weniger erfolgreich waren die Direktmailings u.a. an ausgewählte Mitglieder des Sächsischen Landtags. Die Erwartung, dass Unterstützer einer neuen Stifterkultur und der Erschließung neuer Finanzierungsmöglichkeiten für die Hochschulen auch eine höhere Spendenbereitschaft zeigen, wurde enttäuscht.

Für die Zukunft sieht der Vorstand eine besondere Herausforderung darin, die Spendenbereitschaft von Hochschullehrern zu erhöhen. Ihr Anteil an den Einzelspenden beträgt zwar bisher knapp 10 Prozent, allerdings wird dieser Anteil von nur wenigen getragen. Eric Seidel verdeutlicht die Notwendigkeit ihres Engagements: „Professorinnen und Professoren haben eine Vorbildfunktion für Studierende und ein stärkeres Gewicht in der Öffentlichkeit. Ihre Unterstützung einer Kampagne kann viele Andere dazu bewegen, sich an der Finanzierung des Stipendiums zu beteiligen. Es wäre zudem wünschenswert, wenn sie noch stärker ihre Netzwerkkontakte in die Kofinanzierung einbringen könnten“.

Ein gutes Zeichen auf diesem Weg ist die wachsende Zahl von Professorinnen und Professoren, die bei PROPHIL Mitglied sind. Aber auch Anlassspenden, beispielsweise bei Dienstjubiläen oder Abschiedsvorlesungen, sind eine gute Gelegenheit sich in Zeiten knapper Kassen finanzielle Spielräume zu erarbeiten. „Nur wenn wir es als Gemeinschaftsprojekt verstehen, kann das PROPHIL-Stipendium eine dauerhafte Erfolgsgeschichte werden“, so Nick Wagner.

An welche der geistes- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten das Stipendium gehen soll, darüber ließ der Verein bei Facebook abstimmen. 132 Menschen nutzten die Chance der Mitgestaltung und verhalfen der Philosophischen Fakultät zu ihrem zweiten PROPHIL-Stipendium.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s